
Australien
Bald mit WeingüternTasmanien
Die kühle Insel im Süden: Tasmaniens Schaumweine nach traditioneller Methode aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier werden mit Champagne verglichen – dazu Pinot Noir und Riesling von großer Frische.
REGIONSPORTRÄT
Tasmanien verstehen
Australien ist der fünftgrößte Weinproduzent der Welt: Rund 146.000 Hektar Rebfläche, mehr als 100 Rebsorten und 65 geschützte Herkunftsgebiete (Geographical Indications), überwiegend im kühleren Südosten und Südwesten des Kontinents. Shiraz ist mit rund einem Viertel der Rebfläche die Leitsorte, gefolgt von Chardonnay und Cabernet Sauvignon. Die Weinbaugeschichte beginnt 1788, als Kapitän Arthur Phillip Rebstöcke vom Kap der Guten Hoffnung nach Sydney brachte; John Macarthur legte um 1820 den ersten kommerziellen Weinberg an, deutsche Siedler prägten ab den 1840er Jahren das Barossa Valley. Das Weinrecht ist liberal: Herkunft, Jahrgang und Rebsorte auf dem Etikett müssen zu mindestens 85 % zutreffen – darüber hinaus sind die Winzer weitgehend frei.
Tasmanien ist Australiens kühlste Weinregion – eine Insel auf dem 41. bis 43. Breitengrad, umspült von den Winden des Südpolarmeers. Mit nur rund 2.300 Hektar ist die Produktion klein, aber der Ruf groß: Die Schaumweine nach traditioneller Methode aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier zeigen Zitrus, grünen Apfel und weißen Pfirsich, florale Noten, feine Mineralität und mit Hefelagerung Brioche und geröstete Nüsse – viele Kritiker stellen sie neben Champagne. Jansz, House of Arras, Clover Hill und der biodynamisch arbeitende Stefano Lubiana sind die bekanntesten Häuser; Pooley Wines steht für das Coal River Valley bei Hobart. Neben Sekt liefern das Tamar Valley und der Osten der Insel Pinot Noir von großer Spannung sowie Riesling, Chardonnay und Sauvignon Blanc.
Die Weinregionen 6
Tamar Valley
Pinot Noir · Chardonnay · Riesling · Pinot Meunier
Nördlich von Launceston entlang des Tamar-Flusses bis Pipers River: die Heimat der großen Sekthäuser Jansz und Clover Hill sowie eleganter Pinot Noirs und Rieslinge.
900 ha · Kühl-maritim
Coal River Valley
Pinot Noir · Chardonnay · Riesling
Trockenes, kühles Tal nordöstlich von Hobart mit Doleritböden: konzentrierter Pinot Noir und präziser Riesling – Pooley Wines und Domaine A haben die Region bekannt gemacht.
500 ha · Kühl, trocken, windgeschützt
Pipers River
Pinot Noir · Chardonnay · Riesling · Pinot Meunier
Kühle Hügel nordöstlich von Launceston, 1974 von Andrew Pirie gegründet: Pipers Brook, Jansz und Clover Hill – das Schaumwein-Zentrum Tasmaniens.
400 ha
Derwent Valley
Pinot Noir · Riesling · Chardonnay
Das Flusstal nordwestlich von Hobart: trocken, warm für tasmanische Verhältnisse, Moorilla als Pionier von 1958, Stefano Lubiana, Derwent Estate.
300 ha
Huon Valley
Pinot Noir · Chardonnay · Riesling
Australiens südlichste Weinregion südlich von Hobart: Apfelland, lange Reifeperiode, feingliedrige Pinot Noirs von Home Hill und Kate Hill.
100 ha
East Coast
Pinot Noir · Chardonnay · Riesling · Sauvignon Blanc
Die sonnige Ostküste zwischen Bicheno und Swansea mit Blick auf Freycinet: Freycinet Vineyard, Spring Vale, Devil's Corner – reife Pinots und Chardonnays vom Meer.
300 ha
FAQ
Warum gelten tasmanische Schaumweine als so gut?
Das kühle Klima liefert Trauben mit hoher natürlicher Säure und moderatem Zucker – die Grundvoraussetzung für Schaumwein nach traditioneller Methode. Lange Hefelagerung bringt Brioche und Nussaromen; Häuser wie House of Arras und Jansz gewinnen regelmäßig internationale Vergleiche mit Champagne.