Über die Region Siebenbürgen
Rumänien ist mit rund 180.000 Hektar Rebfläche der sechstgrößte Weinproduzent Europas und eines der ältesten Weinbauländer des Kontinents: Weinbau ist hier seit über 6.000 Jahren belegt, Herodot berichtete vom Weinhandel an der Schwarzmeerküste. Das Land liegt auf der Breite Frankreichs; die Karpaten teilen es in drei Klimaräume – atlantisch beeinflusst in Siebenbürgen, kontinental in der Moldau, mediterran getönt in der Walachei und der Dobrudscha. Nach der Reblaus (ab 1872) wurde mit französischen Sorten neu bepflanzt, doch die autochthonen Reben blieben: Fetească Albă, Fetească Regală und Fetească Neagră, Grasă und Frâncușă in Cotnari, Tămâioasă Românească, Băbească Neagră, Crâmpoșie und Negru de Drăgășani. Die Herkunftsgliederung folgt der Verordnung 225/2006: acht Weinbauregionen, 37 Podgorii (Weinbaugebiete) und über 150 Weinbauzentren; geschützte Herkünfte tragen die Bezeichnung DOC (Denumire de Origine Controlată).
Siebenbürgen (Transsilvanien) ist das Weißwein-Herz des Landes. Auf 300 bis 550 Metern Höhe, geschützt vom Karpatenbogen, reifen die Trauben langsam; die Weine sind frisch, aromatisch und moderat im Alkohol. Fünf Podgorii bilden die Region: Târnave entlang der beiden Kokel-Flüsse mit dem Großbetrieb Jidvei (dem größten zusammenhängenden Weingut Europas), Alba um Alba Iulia und Ighiu, Sebeș-Apold, Aiud mit Turda sowie Lechința im Nordosten um Bistrița. Die Siebenbürger Sachsen prägten den Weinbau ab dem 12. Jahrhundert – Ortsnamen wie Mediasch, Seiden (Jidvei) und Lechnitz erinnern daran. Leitsorten sind Fetească Regală (die 1930 bei Daneș entdeckte Kreuzung), Fetească Albă, Sauvignon Blanc, Riesling Italico, Muscat Ottonel und Traminer; Pinot Noir gelingt in warmen Lagen. Tradition hat auch der Schaumwein nach klassischer Flaschengärung in Jidvei und Alba Iulia.
Bodenart
Lehm und Ton über Mergel, sandige Lehme, stellenweise Kalk
Klima
Kühl-gemäßigt, atlantisch beeinflusst, 300–550 m Höhe, lange Reife
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