Über die Region Mittelrhein
Der Mittelrhein zieht sich rund 110 Kilometer am Rhein entlang – von Bingen und Trechtingshausen über Bacharach, Oberwesel, St. Goar und Boppard bis Koblenz, dann weiter über Leutesdorf, Hammerstein und Unkel bis zum Siebengebirge bei Bonn. Es ist das nördlichste Rieslinggebiet am Rhein und eines der kleinsten Deutschlands.
Der Weinbau klammert sich an Terrassen aus Devon-Schiefer, Quarzit und Grauwacke, oft nur mit Seilzug oder Monorackbahn zu bewirtschaften. Die Hänge sind nach Süden und Südwesten ausgerichtet, der Fluss speichert Wärme und spiegelt Licht – ohne ihn wäre Weinbau auf dieser Breite kaum möglich. Bacharach (Hahn, Posten, Wolfshöhle), Oberwesel (Oelsberg), Boppard (Hamm mit Feuerlay, Mandelstein, Ohlenberg) und Spay sind die Zentren des Rieslings; im Siebengebirge und um Leutesdorf spielt auch Spätburgunder eine Rolle.
Stilistisch liegen die Weine zwischen Mosel und Rheingau: schlank, rassig, mit Schieferwürze und Steinobst, oft mit feinem Restzucker ausbalanciert. Toni Jost, Ratzenberger, Weingart, Matthias Müller und Lanius-Knab führen das Gebiet an, das nach Jahrzehnten des Rückgangs wieder junge Betriebe anzieht.
Für Reisende ist der Mittelrhein einzigartig: Rheinsteig und Rheinburgenweg führen direkt durch die Weinberge, Burgen wie Stahleck, Rheinfels und Marksburg liegen über den Lagen, und die Schifffahrt verbindet die Weinorte.
Bodenart
Devon-Schiefer, Quarzit und Grauwacke in Terrassen; Löss- und Bimsauflagen im Norden
Klima
Kühl-gemäßigt, vom Rhein als Wärmespeicher gemildert; steile Südwest-Hänge fangen die Sonne
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